Burnout und Blasenschwäche: Wenn Dein Körper früher reagiert als Du

Es sind die Veränderungen im Alltag, die zuerst auffallen. Du gehst etwas häufiger zur Toilette, der Harndrang fühlt sich plötzlich dringlicher an, und irgendwann fragst Du Dich, woher das eigentlich kommt.  Oft passiert das nicht zufällig, sondern in Phasen, in denen Du über längere Zeit unter Druck stehst, viel leistest und wenig zur Ruhe kommst. Bleibt dieser Zustand bestehen, kann sich daraus ein Burnout entwickeln – und genau dann beginnt der Körper, sich bemerkbar zu machen.   Gerade deshalb wirkt es besonders irritierend, wenn die Blase plötzlich anders reagiert. Denn Blasenprobleme passen nicht zu dem Bild, das viele von sich selbst haben: leistungsfähig, belastbar, alles unter Kontrolle.  Wichtig ist: Blasenschwäche kann ein solches Signal sein. Sie zeigt, dass Dein System unter Belastung steht – und dass es sich lohnt, genauer hinzuschauen.

Mann hält sich gestresst und verzweifelt den Kopf

Wenn Du funktionierst – aber Dein Körper längst reagiert

Ein Burnout entwickelt sich selten von heute auf morgen. Viel häufiger ist es ein schleichender Prozess, bei dem Du über Wochen oder Monate hinweg viel leistest, wenig pausierst und Deine eigenen Bedürfnisse immer weiter nach hinten stellst. 

Burnout lässt sich als Zustand tiefer körperlicher, emotionaler und mentaler Erschöpfung beschreiben, der durch anhaltenden, nicht ausreichend verarbeiteten Stress entsteht – häufig im beruflichen Kontext. Es gilt dabei nicht als eigenständige Erkrankung, sondern als ein arbeitsbezogenes Phänomen, bei dem das Verhältnis von Belastung und Erholung über längere Zeit aus dem Gleichgewicht gerät. 

Typisch ist, dass die Energie immer weiter nachlässt, während gleichzeitig das Gefühl entsteht, innerlich auf Distanz zu gehen – zur eigenen Arbeit, zu anderen Menschen oder auch zu sich selbst. Viele erleben eine Mischung aus Erschöpfung, wachsender Überforderung und dem Eindruck, nicht mehr so leistungsfähig zu sein wie früher. 

Nach außen wirkt dabei oft alles stabil. Termine werden eingehalten, Aufgaben erledigt, Verantwortung übernommen, während Dein Körper innerlich längst in einem anderen Zustand ist. 

Das Nervensystem bleibt in einer dauerhaften Aktivierung, Stresshormone wie Cortisol sind erhöht, und echte Erholung findet kaum noch statt. Dieses Ungleichgewicht wirkt sich nicht nur auf Deine Energie oder Konzentration aus, sondern auch auf körperliche Prozesse, die eigentlich automatisch funktionieren – wie die Steuerung Deiner Blase. 

Viele Betroffene beschreiben diesen Moment rückblickend so: 
„Ich hatte das Gefühl, mein Körper reagiert schneller als ich selbst.“ 

Was sich in solchen Momenten zeigt, lässt sich auch körperlich gut erklären. 

Warum gerade die Blase so empfindlich ist

Die Verbindung zwischen Nervensystem und Blase

Die Blase ist eng mit dem autonomen Nervensystem verbunden und reagiert deshalb besonders sensibel auf Veränderungen im inneren Gleichgewicht. Das autonome Nervensystem ist der Teil Deines Körpers, der unbewusst wichtige Funktionen steuert, darunter Herzschlag, Atmung, Verdauung – und eben auch die Blase.  

Psychischer Stress wirkt sich direkt auf die Blase aus – über das Nervensystem, aber auch über die Wahrnehmung der Beschwerden und den Umgang mit ihnen. 

Dass die Blase so empfindlich reagiert, ist kein Zufall. Sie ist eng mit den Stressreaktionen Deines Körpers verknüpft. Wird der sogenannte „Kampf-oder-Flucht-Modus“ aktiviert, verändert sich auch die Signalverarbeitung zwischen Gehirn und Blase: Sie reagiert schneller, empfindlicher und oft weniger kontrollierbar. Wenn Du tiefer verstehen möchtest, warum Stress so direkt auf die Blase wirkt, findest Du in unserem Beitrag „Warum Stress Deiner Blase zu schaffen macht – und was Du dagegen tun kannst“ eine anschauliche Erklärung. 

Wie Stress und Psyche die Blase beeinflussen

Solange sich Anspannung und Entspannung die Waage halten, funktioniert die Steuerung unauffällig. Unter Dauerstress verschiebt sich dieses Gleichgewicht jedoch spürbar: Die Reizschwelle sinkt, Signale werden intensiver wahrgenommen und schneller weitergeleitet.  

Das Ergebnis ist ein Harndrang, der früher einsetzt oder plötzlich sehr stark wird. Für viele fühlt sich das so an, als hätte die Blase ein Eigenleben entwickelt. 

Dabei spielt nicht nur die körperliche Steuerung eine Rolle. Auch psychische Faktoren wirken direkt auf die Blase ein. Gefühle wie Anspannung, Unsicherheit oder innere Unruhe können die Wahrnehmung von Harndrang verstärken und die Kontrolle erschweren. 

Gleichzeitig zeigt die Forschung, dass dieser Zusammenhang in beide Richtungen wirkt: Blasenbeschwerden können selbst zu Stress, Unsicherheit und Rückzug führen – und diese wiederum die Symptome verstärken. 

In diesem Zusammenhang lässt sich die Blase weniger einer einzelnen Emotion zuordnen. Vielmehr reagiert sie besonders sensibel auf innere Zustände wie Anspannung, Unsicherheit oder das Gefühl, unter Druck zu stehen. 

Viele Betroffene berichten, dass sich der Harndrang genau in den Momenten verstärkt, in denen sie sich innerlich angespannt fühlen oder das Gefühl haben, die Kontrolle zu verlieren. Die Blase wird damit gewissermaßen zu einem Resonanzraum für das innere Geschehen.  

Unterschiedliche Formen der Inkontinenz

Neben diesen stressbedingten Reaktionen gibt es auch andere Formen der Inkontinenz, die sich unterschiedlich anfühlen und verschiedene Ursachen haben. 

Häufig handelt es sich dabei um eine sogenannte überaktive Blase oder Dranginkontinenz. Dabei wird der Blasenmuskel zu früh aktiv: Die Blase meldet sich schon bei geringer Füllung und löst einen häufigen, kaum aufschiebbaren Harndrang aus. Kommt es zusätzlich zu ungewolltem Urinverlust, spricht man von Dranginkontinenz. 

Daneben gibt es die sogenannte Belastungsinkontinenz (oft als „Stressinkontinenz“ bezeichnet). Dabei kommt es zu ungewolltem Urinverlust vor allem bei körperlicher Belastung – etwa beim Husten, Niesen, Lachen oder Heben. 

Die Ursachen liegen hier meist im Bereich des Beckenbodens. Gleichzeitig kann anhaltende Belastung oder Erschöpfung dazu führen, dass die Beschwerden stärker wahrgenommen werden. 

Im Mittelpunkt der Behandlung steht deshalb vor allem die Stärkung des Beckenbodens. Dazu gehören gezieltes Training, eine angepasste körperliche Belastung sowie – je nach Ausprägung – auch physiotherapeutische Unterstützung. 

Auch kleine Anpassungen im Alltag können helfen, etwa bewusstes Anspannen des Beckenbodens beim Husten, Niesen oder Heben. Wenn die Beschwerden stärker ausgeprägt sind, empfiehlt sich eine individuelle ärztliche Abklärung, um passende Behandlungsmöglichkeiten zu finden. 

Doch unabhängig von der Ursache erleben viele im Alltag etwas Ähnliches: Die Unsicherheit im Umgang mit den Beschwerden erzeugt zusätzlichen Druck. 

Wenn aus Unsicherheit zusätzlicher Druck entsteht

Der Alltag wird zur Herausforderung

Was die Situation besonders belastend macht, ist nicht nur das Symptom selbst, sondern der Umgang damit im Alltag. 

Viele beginnen, sich anzupassen: Wege werden nach Toiletten geplant, Termine anders organisiert, bestimmte Situationen vermieden. Gleichzeitig wächst die Aufmerksamkeit für den eigenen Körper – oft ohne dass es bewusst geschieht. 

Gerade im Arbeitsalltag kann diese Unsicherheit besonders belastend sein. Vielleicht kennst Du Situationen, in denen Du Dich nur schwer auf Deine eigentliche Aufgabe konzentrieren kannst – etwa in längeren Meetings, bei Kundenterminen oder auf längeren Autofahrten. Der Gedanke, jederzeit eine Toilette erreichen zu müssen, läuft dabei oft im Hintergrund mit. 

Viele versuchen dann, möglichst unauffällig damit umzugehen: Sie setzen sich näher an den Ausgang, planen Wege im Voraus oder trinken bewusst weniger. Gleichzeitig kann genau diese erhöhte Aufmerksamkeit dazu führen, dass der Harndrang noch stärker wahrgenommen wird. 

Was im Alltag konkret helfen kann

Was helfen kann, sind kleine, unauffällige Strategien im Alltag: 

  • vor Terminen bewusst Zeit für einen Toilettengang einplanen
  • Getränke gleichmäßig über den Tag verteilen, statt stark zu reduzieren
  • sich in Meetings bewusst so positionieren, dass ein kurzer Gang jederzeit möglich ist
  • vor allem: den inneren Druck, „perfekt funktionieren zu müssen“, etwas herausnehmen

In solchen Momenten kann es auch helfen, sich ganz praktisch abzusichern – etwa durch passende und diskrete Hilfsmittel, die Dir im Alltag mehr Sicherheit geben. 

Welche Möglichkeiten es hier gibt und worauf Du bei der Auswahl achten kannst, findest Du hier.

Trotz solcher Strategien bleibt für viele die Situation im Alltag belastend – vor allem, weil der Harndrang gedanklich ständig präsent ist. Viele beschreiben diese Phase so: „Ich habe irgendwann nur noch daran gedacht, wo die nächste Toilette ist.“ 

Zunehmende Aufmerksamkeit und Anspannung tragen oft dazu bei, dass sich die Situation weiter verstärkt. 

Wie sich der innere Druck verstärkt

Die dadurch entstehende innere Anspannung erhöht den Stresslevel weiter – und wirkt damit wiederum direkt auf das Nervensystem. Die Blase reagiert noch sensibler, die Beschwerden verstärken sich. 

Genau hier entsteht ein Kreislauf, den viele Betroffene sehr deutlich erleben: 

  • Harndrang oder Unsicherheit nehmen zu
  • die Aufmerksamkeit richtet sich stärker auf die Blase
  • die innere Anspannung steigt
  • das Nervensystem bleibt aktiviert
  • die Blase reagiert noch empfindlicher

So verstärken sich Symptome und Stress gegenseitig. Dieses Zusammenspiel zwischen Psyche und Blase ist gut beschrieben: Beide beeinflussen sich wechselseitig und können einander verstärken. 

 

Viele beschreiben diese Phase so: „Je mehr ich darauf geachtet habe, desto schlimmer wurde es.“ 

Genau an diesem Punkt entsteht oft der Wunsch nach einer Einordnung: Was bedeutet das eigentlich – und ist das noch normal? 

„Ist das noch normal?“ – Die Einordnung, die entlastet

Die Frage nach der Ursache beschäftigt viele. Ist das körperlich? Oder „nur“ Stress? 

Die Antwort ist meist: beides.  

Viele fragen sich in diesem Zusammenhang auch: „Ist das bei mir psychisch?“ Ja,  psychische Belastung kann zur Inkontinenz beitragen. Zugleich ist sie immer eine körperliche Reaktion, die ernst genommen werden sollte. 

Wichtig ist: Die Beschwerden sind nicht „eingebildet“, aber sie können stark von psychischen Faktoren beeinflusst werden. Stress, innere Anspannung oder emotionale Belastung wirken direkt auf das Nervensystem – und damit auch auf die Blase. 

Das bedeutet: Die Symptome sind körperlich real, entstehen aber häufig im Zusammenspiel mit psychischer Belastung.  

Dabei taucht oft noch eine weitere Frage auf: Steckt hinter den Beschwerden eine konkrete psychische Erkrankung? In den meisten Fällen ist das nicht so. Blasenprobleme entstehen selten aus einem einzelnen Grund, sondern eher im Zusammenhang mit anhaltendem Stress, Erschöpfung oder innerer Anspannung. 

Oft gibt es nicht die eine Ursache. Vielmehr entsteht Inkontinenz durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren – körperlich, psychisch und im Alltag. 

Einige Hinweise können Dir helfen, Deine Situation besser einzuordnen: 

  • Beschwerden treten vor allem in stressreichen Phasen auf
  • sie bessern sich in ruhigeren Zeiten oder im Urlaub
  • sie schwanken je nach Belastung
  • medizinische Untersuchungen bleiben unauffällig

Diese Hinweise sprechen dafür, dass Deine Beschwerden zumindest teilweise durch Stress und innere Anspannung beeinflusst sein könnten. 

Zugleich gilt: Neue oder starke Symptome solltest Du immer ärztlich abklären lassen, um körperliche Ursachen sicher auszuschließen. 

Wenn Du Dich in diesen Mustern wiedererkennst, bist Du damit nicht allein. Bestimmte Lebenssituationen und Belastungen begünstigen solche Beschwerden besonders. 

Wer besonders häufig betroffen ist

Auffällig ist, dass Blasenprobleme in Verbindung mit Stress und Burnout besonders häufig bei Menschen auftreten, die über längere Zeit stark gefordert sind. Das sind oft Menschen, die viel Verantwortung tragen, hohe Ansprüche an sich selbst haben und wenig Raum für Erholung finden. Dazu gehören beispielsweise beruflich stark eingespannte Erwachsene, Menschen in sozialen oder pflegenden Rollen oder Personen, die gleichzeitig mehrere Belastungen erfahren. 

Vielleicht erkennst Du Dich hier wieder: die berufstätige Mutter, die Job, Familie und Organisation des Alltags gleichzeitig trägt. Der Projektleiter, der ständig unter Zeitdruck steht und auch nach Feierabend gedanklich nicht abschalten kann. Die Pflegekraft, die täglich für andere da ist, aber kaum Zeit für sich selbst findet. Oder der Angehörige, der neben dem Beruf zusätzlich Verantwortung für ein Familienmitglied übernimmt. 

Was all diese Situationen verbindet, ist weniger die konkrete Lebenslage als vielmehr das Gefühl, dauerhaft gefordert zu sein – oft ohne echte Pausen. In solchen Situationen beginnt der Körper häufig, sich bemerkbar zu machen. 

Diese dauerhafte Belastung spielt dabei eine wichtige Rolle dafür, wie sich die Beschwerden entwickeln – und was im nächsten Schritt wirklich hilft. 

Was wirklich hilft – und warum es nicht um Perfektion geht

Wenn Beschwerden auftreten, entsteht verständlicherweise der Wunsch nach einer schnellen Lösung. Etwas, das sofort wieder Sicherheit gibt. 

Oft geht es dabei weniger um eine einzelne Maßnahme, sondern um das Zusammenspiel mehrerer Ansätze. Was dabei wichtig ist und oft entlastet: Inkontinenz ist in den meisten Fällen gut behandelbar. Auch wenn sich die Situation im Moment unsicher oder festgefahren anfühlt, gibt es verschiedene wirksame Ansätze, die individuell kombiniert werden können. 

Ein wichtiger Baustein ist das Beckenbodentraining. Es stärkt die Muskulatur und verbessert die Kontrolle über die Blase. Wenn Du direkt starten möchtest, findest Du in unserem Beitrag „Die besten Übungen für Deine Beckenbodenmuskulatur“ konkrete und leicht umsetzbare Übungen für den Alltag. 

Ergänzend kann ein gezieltes Blasentraining helfen, die Reizschwelle wieder zu stabilisieren und den Harndrang besser einzuordnen. 

Mindestens genauso wichtig ist jedoch der Umgang mit Stress – und auch die innere Haltung gegenüber den eigenen Symptomen. Denn wie Du Deine Situation bewertest, kann einen spürbaren Einfluss darauf haben, wie stark sie Dich belastet. 

Viele Betroffene berichten, dass sich etwas verändert, sobald sie aufhören, ausschließlich gegen die Beschwerden anzukämpfen und stattdessen lernen, anders damit umzugehen. Welche Rolle dabei die eigene Einstellung spielt und wie ein hilfreicher Umgang aussehen kann, erklären wir Dir hier.

Dabei geht es nicht darum, alles perfekt zu machen, sondern darum, das System insgesamt zu entlasten. Viele Betroffene beschreiben das Erlebnis eines Wendepunkts, als sie begannen, den inneren Druck bewusst zu reduzieren und nicht mehr permanent gegen die Symptome anzukämpfen. 

Das Nervensystem braucht keine zusätzliche Kontrolle, sondern Phasen, in denen es wieder herunterfahren kann. Genau hier liegt oft der Schlüssel zur Verbesserung. 

Gerade wenn Deine Beschwerden im Zusammenhang mit anhaltendem Stress oder Erschöpfung stehen, reicht es jedoch oft nicht aus, nur die Symptome zu betrachten. Dann lohnt es sich, den Blick etwas zu weiten, um auch die Ursachen dahinter zu erkennen.  

Hier setzt der nächste Schritt an: zu verstehen, wie Burnout entsteht – und was Du konkret tun kannst, um wieder ein besseres Gleichgewicht zu finden. 

Burnout verstehen – und Schritt für Schritt gegensteuern

Wenn Deine Beschwerden mit anhaltender Erschöpfung oder längerem Stress zusammenhängen, lohnt es sich, den Blick etwas zu weiten. Denn oft geht es nicht nur darum, einzelne Symptome zu behandeln, sondern darum, das gesamte System wieder ins Gleichgewicht zu bringen. 

Burnout lässt sich nicht „schnell beheben“. Aber es lässt sich beeinflussen – vor allem dann, wenn Du beginnst, die eigenen Belastungsgrenzen ernst zu nehmen und kleine Veränderungen im Alltag zuzulassen. 

Das bedeutet nicht, Dein Leben komplett umzukrempeln. Oft sind es eher die leisen, aber konsequenten Schritte, die eine Wirkung entfalten: bewusstere Pausen, klarere Grenzen im Alltag, ein realistischeres Maß an Erwartungen an Dich selbst. 

Viele Betroffene erleben Entlastung, wenn sie erkennen, dass es nicht darum geht, wieder genauso „funktionieren“ zu müssen wie vorher. Sondern darum, einen neuen Umgang mit Belastung zu finden – einen, der langfristig tragfähig ist. 

Auch Unterstützung von außen kann dabei helfen, etwa durch ärztliche Begleitung, Coaching oder psychotherapeutische Angebote. Gerade wenn die Erschöpfung schon länger besteht, ist es sinnvoll, diesen Weg nicht allein zu gehen. 

Was dabei helfen kann, sind kleine, unkomplizierte Übungen, die sich gut in den Alltag integrieren lassen: 

  • 1-Minuten-Atempause: Halte kurz inne, atme vier Sekunden ein und sechs Sekunden aus. Schon wenige Wiederholungen helfen, Dein Nervensystem zu beruhigen.
  • Mini-Check-in: Frage Dich zwischendurch: „Wie angespannt bin ich gerade – und was würde mir jetzt guttun?“
  • Druck reduzieren: Formuliere eine aktuelle Aufgabe bewusst um, z. B. von „Ich muss das perfekt machen“ zu „Ich mache es so gut, wie es heute möglich ist“.
  • Bewusste Pause setzen: Plane einmal täglich eine kurze, echte Pause ohne Ablenkung – kein Handy, keine To-do-Liste.

Diese kleinen Schritte wirken oft unspektakulär, können aber genau den Unterschied machen. Sie geben Deinem Körper Signale der Entlastung – und helfen ihm, Schritt für Schritt wieder aus dem Dauer-Alarm herauszufinden. 

Wichtig ist: Veränderung beginnt nicht mit Perfektion, sondern mit kleinen, machbaren Schritten. Und genau diese können dazu beitragen, dass sich nicht nur Deine Belastung reduziert, sondern Dein Körper – und damit auch Deine Blase – wieder zur Ruhe kommt. 

Oft sind es gerade diese kleinen Schritte, die große Wirkung entfalten – nicht nur für Deinen Umgang mit Stress, sondern auch für die Signale, die Dein Körper sendet. 

Ein Signal, das Du ernst nehmen darfst

Blasenprobleme in Phasen, in denen Du dauerhaft unter Strom stehst und kaum noch richtig zur Ruhe kommst, sind kein Zufall. Sie sind ein Hinweis darauf, dass Dein Körper über längere Zeit unter Belastung stand und begonnen hat, darauf zu reagieren. 

Auch wenn sich das zunächst unangenehm oder beschämend anfühlt, ist es kein Zeichen von Schwäche. Vielmehr zeigt es, wie sensibel und zugleich funktional Dein Körper arbeitet. 

„Mein Körper hat mir gezeigt, dass es so nicht weitergehen kann.“ 

Gerade darin liegt eine Chance: Nicht nur die Beschwerden zu betrachten, sondern das, was dahintersteht. So kannst Du Schritt für Schritt wieder mehr Gleichgewicht und Entlastung in Dein System bringen. 

Quellen

  • Stress: Auswirkungen auf Körper und Psyche. Gesund.Bund.de. https://gesund.bund.de/stress 
  • S2k-Leitlinie Harninkontinenz der Frau. Stand: 01.01.2022. AWMF-Registernr.: 015-091. https://register.awmf.org/leitlinien/detail/015-091 
  • Berberich HJ. (2022) Psychosoziale Folgen der Harninkontinenz. In: Michel MS et al. (eds) Die Urologie. Springer Reference Medizin. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-642-41168-7_27-2 
  • Harn- und Stuhlinkontinenz. Eine Orientierungshilfe bei Harn- und Stuhlinkontinenz. Deutsche Kontinenz Gesellschaft. https://www.kontinenz-gesellschaft.de/wp-content/uploads/2025/11/Broschuere-Harn-und-Stuhlinkontinenz.pdf 
  • Allen E & Ackerson K. Stressors and bathroom behaviors associated with urinary incontinence in nurses working during the COVID-19 pandemic: A mixed-methods study. Nurs Manage. 2024 May 1;55(5):38-47. DOI: 10.1097/nmg.0000000000000124. 
  • Kalata U et al. Influence of Stress Urinary Incontinence and Pelvic Organ Prolapse on Depression, Anxiety, and Insomnia—A Comparative Observational Study. J Clin Med. 2023;13(1):185. DOI: 10.3390/jcm13010185. 
  • Moris L et al. Prevalence, Diagnosis, and Management of Stress Urinary Incontinence in Women: A Collaborative Review. Eur Urology. 2025;87(3):297-301. DOI: 10.1016/j.eururo.2024.12.017 

Fragebogen Testpaket

Finde jetzt Dein perfektes #lebenohnedruck Testpaket

Finde jetzt raus, welches Produkt Dir am besten helfen kann und bestell Dir kostenlos Dein Leben ohne Druck Testpaket.

Entdecke weitere Blogtexte
Foto von Mann, der an einem Fenster sitzt
Männliche Inkontinenz im Fokus: Symptome, Ursachen und effektive Lösungen

Inkontinenz bei Männern ist ein Tabuthema. Obwohl rund jeder zehnte Mann betroffen ist, verschweigen viele ihre Probleme aus Scham. Dabei muss Harninkontinenz nicht sein! Hier sprechen wir offen über die Ursachen – von vergrößerter Prostata und Medikamenten bis zu ursächlichen Krankheiten. Wir beleuchten erste Symptome und liefern Dir effektive Lösungswege, mit denen Du Deine Blasenkontrolle zurückgewinnen und Dein Leben selbstbestimmt gestalten kannst.

Zum Beitrag
Nur ein paar Tröpfchen oder schon inkontinent?

Blasenschwäche ist ein Thema, über das viele Menschen ungern sprechen. Es handelt sich jedoch um ein weit verbreitetes Problem, das Männer und Frauen jeden Alters betreffen kann. Doch wenn es gelegentlich tröpfelt und ungewollt Urin ausläuft, erhoffen sich viele Betroffene erste Hilfe im weltweiten anonymen Netz. Lieber tippt man heimlich bei Google „Urin läuft einfach raus“ ein, als den Partner oder die Partnerin ins Vertrauen zu ziehen oder den Hausarzt um Rat zu fragen. Woran Du erkennst, ob und an welcher Form von Harninkontinenz Du leidest und ob es Handlungsbedarf gibt, erfährst Du hier.

Zum Beitrag
Inkontinenz-Mythen

Inkontinenz ist ein sensibles Thema, das von vielen Missverständnissen umgeben ist. Diese Mythen können dazu führen, dass Betroffene sich schämen oder gar nicht erst Hilfe suchen. Wir stellen sieben Mythen auf den Prüfstand und klären auf!

Zum Beitrag