Vielleicht kennst Du das: Kaum bist Du im Wasser, meldet sich plötzlich die Blase. Dahinter steckt ein natürlicher Mechanismus des Körpers, der sogenannte Gauer-Henry-Reflex.
Gerade Menschen mit einer Reizblase (überaktiven Blase) nehmen diesen verstärkten Harndrang oft besonders deutlich wahr.
Der Hintergrund dafür liegt in einer natürlichen Reaktion des Körpers:
Im Wasser verteilt sich das Blut im Körper etwas anders: Es wird vermehrt in Richtung Oberkörper und Herz verschoben. Der Körper registriert diese Veränderung und passt die Flüssigkeitsregulation an: Die Nieren produzieren mehr Urin. Dadurch kann schneller Harndrang entstehen, auch bei Menschen, die im Alltag kaum Beschwerden haben. Wenn bereits eine Blasenschwäche besteht, kann dieser Effekt – je nach Form – stärker wahrgenommen werden.
Das führt aber nicht automatisch zu einem ungewollten Urinverlust. Besonders bei Belastungsinkontinenz tritt Urin meist durch Druck im Bauchraum auf – zum Beispiel beim Husten, Niesen oder Springen. Der Effekt im Wasser kann den Harndrang verstärken, ohne dass es zu einem unkontrollierten Verlust kommt.
Besonders in kälterem Wasser kann dieser Effekt zusätzlich verstärkt werden. Deshalb ist es normal, beim Schwimmen häufiger zur Toilette zu müssen – egal ob drinnen oder draußen.
Umso wichtiger ist es, regelmäßige Toilettengänge einzuplanen. Urin einfach ins Wasser zu lassen, ist keine gute Lösung – weder hygienisch noch angenehm für andere Badegäste. Besonders in Schwimmhallen können in Verbindung mit Chlor Stoffe entstehen, die Augen und Haut reizen.
Vielleicht hast Du Dich auch schon gefragt: