Harndrang und Harnwegsinfekte in den Wechseljahren

Typisch Wechseljahre: Harndrang und Harnwegsinfekte

In den Wechseljahren kann es gut sein, dass Du an einer Blasenschwäche und an Harnwegsinfekten leidest. Wir sagen Dir, wie Du die beiden unterscheiden kannst und was Dir bei der Behandlung hilft.

  • Mit den Wechseljahren steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Harnwegsinfekt. 
  • Auslöser sind Bakterien oder auch Keime, Viren und Pilze.
  • Eine wechseljahresbedingte Inkontinenz lässt sich nicht immer gleich von einem Harnwegsinfekt unterscheiden.

Die typischen Symptome von Harnwegsinfekten sind: 

  • Du hast ständigen Harndrang, obwohl Deine Blase nicht voll ist. 
  • Dein Urin ist getrübt, er riecht unangenehm. 
  • Es brennt und schmerzt beim Wasserlassen.
  • Und manchmal kommt auch Fieber hinzu. 

Wenn Du das kennst, hast Du bereits Bekanntschaft mit einer Entzündung der Harnwege gemacht. Das ist gar nicht mal so ungewöhnlich. Denn von Harnwegsinfekten sind viele Frauen betroffen: 

Etwa 60% aller Frauen erkranken mindestens einmal im Leben an einem Harnwegsinfekt mit typischen Beschwerden.

Mit den Wechseljahren steigt die Wahrscheinlichkeit dafür sogar noch weiter. Vor den Wechseljahren haben im Durchschnitt weniger als fünf Prozent der Frauen pro Jahr eine Infektion der Harnwege. Aber mit den Wechseljahren werden Frauen empfänglicher für einen Keimbefall im Intimbereich. Daher sind bis zu 20 Prozent der Frauen in den Wechseljahren von Harnwegsinfekten betroffen.

Die Ursachen

Aber wie kommt es überhaupt zu Infektionen der Harnwege? Auslöser sind Bakterien oder auch Keime, Viren und Pilze. In den meisten Fällen sind natürliche Bakterien des Darmes die Ursache. Die verirren sich in die Harnwege, besiedeln dort die Schleimhäute und vermehren sich. Das führt dann zu Entzündungen, die mit Symptomen wie schmerzhaftem Wasserlassen einhergehen können.

Was begünstigt Harnwegsinfekte in den Wechseljahren?

Und das passiert in den Wechseljahren noch schneller. Denn mit den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel. Das Hormon Östrogen fördert unter anderem das Wachstum und die Vermehrung von Laktobazillen. Laktobazillen bilden Milchsäure und führen zu einem sauren pH-Wert, der Deinen Intimbereich vor einer Besiedlung mit Krankheitserregern schützt. Durch den Mangel an Östrogen sinkt jedoch auch die Anzahl an Laktobazillen in Deiner Scheide und der pH-Wert wird dadurch weniger sauer. Krankheitserreger haben es somit viel leichter, die natürliche Barriere zu durchbrechen und in die Harnröhre einzuwandern. 

Der wechseljahresbedingte Östrogenmangel hat noch eine andere Folge. Deine Muskulatur im Beckenboden wird schwächer. Dadurch kann sich Deine Gebärmutter oder auch Deine Blase absenken und somit die Harnröhre quetschen. Das verursacht eine Stauung oder sogar einen Rückfluss des Urins. Der Harnwegsbereich wird dann weniger gründlich gespült und Krankheitserreger haben es leichter, sich festzusetzen. 

Es kommen also mit den Wechseljahren verschiedene Faktoren zusammen, die Dich empfänglicher für Infekte der Harnwege machen. Gleichzeitig steigt in der Phase des hormonellen Umschwungs auch die Wahrscheinlichkeit, eine Inkontinenz zu entwickeln.

Blasenschwäche oder Blasenentzündung?

Es ist manchmal gar nicht so leicht, eine Blasenschwäche von einer Entzündung der Harnwege zu unterscheiden. Oft sind die Symptome sehr ähnlich.
Das Wasserlassen kann nämlich sowohl bei einer Blasenentzündung als auch bei Inkontinenz schmerzhaft sein. Auch plötzlicher Harndrang, obwohl die Blase erst wenig gefüllt ist, kann bei Infekten der Harnwege als auch bei Blasenschwäche auftreten. Gerade diese Beschwerde ist nämlich typisch für die Dranginkontinenz – auch als Reizblase bekannt. 

Eine Ursache für diese Form der Blasenschwäche kann wiederum ein bestehender Harnwegsinfekt sein. Darum ist es so wichtig, einen solchen Infekt mit einer geeigneten Therapie komplett auszukurieren. Denn Harnwegsinfekte, die immer wieder kommen, können auf Dauer die Ausbildung einer Inkontinenz begünstigen.

Was kannst Du tun?

Eine instinktive Reaktion auf eine Blasenschwäche ist es, weniger zu trinken. Und obwohl es durchaus sinnvoll sein kann, bei nächtlicher Inkontinenz abends weniger Flüssigkeit zu Dir nehmen, solltest Du tagsüber mindestens 2 Liter trinken. Am besten Wasser, aber auch bestimmte Teesorten sind super für die Blase und können Harnwegsinfekten vorbeugen. Denn wenig trinken begünstigt die Entstehung von Harnwegsinfekten. Gerade bei Inkontinenz und zur Vorbeugung einer Blasenentzündung ist es also wichtig, viel zu trinken.

Eine wechseljahresbedingte Inkontinenz lässt sich nicht immer gleich von einem Harnwegsinfekt unterscheiden. Besprich Deine Beschwerden daher offen mit Deiner Frauenärztin oder Deinem Frauenarzt. So lässt sich gut klären, ob Du von Inkontinenz, einem Harnwegsinfekt oder möglicherweise von beidem betroffen bist. Mit der richtigen Diagnose kann dann auch die passende Behandlung gestartet werden, um Deine Beschwerden zu lindern. Und egal, ob Du eine Blasenschwäche wegen der Wechseljahre oder wegen einer Infektion hast, wir haben für Dich das passende Inkontinenzhilfsmittel, damit Du Dein Leben entspannt und ohne Druck weiterhin genießen kannst.

Lynn, 53 Jahre

Architektin

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