Die Temperaturen steigen, der Schweiß läuft und selbst kleine Erledigungen werden anstrengend. Wenn Du mit einer Blasenschwäche lebst, fragst Du Dich vielleicht: Worauf muss ich bei einer Hitzewelle besonders achten?
Die gute Nachricht: Mit der richtigen Trinkmenge, einem guten Hautschutz und einigen einfachen Anpassungen im Tagesablauf kannst Du Deine Blase auch bei Hitze entlasten und aktiv bleiben.
Hitzewellen und Inkontinenz – wie kommst Du gut durch heiße Tage?
Gut zu wissen: Das hilft Deiner Blase bei Hitze
- Trinke regelmäßig kleine Mengen Wasser oder ungesüßten Tee – auch wenn Du häufiger zur Toilette musst.
- Wechsle Inkontinenzprodukte an heißen Tagen etwas häufiger.
- Trage luftige Kleidung und vermeide lange feuchte Einlagen oder Unterwäsche.
- Verlege körperlich anstrengende Aktivitäten möglichst in die Morgen- oder Abendstunden.
- Wird Dein Urin deutlich dunkler oder riecht ungewohnt stark, kann das ein Hinweis darauf sein, dass Dir Flüssigkeit fehlt.
Warum Hitze Deinen Körper zusätzlich fordert
Steigen die Temperaturen, arbeitet Dein Körper auf Hochtouren. Um sich abzukühlen, bildet er mehr Schweiß und verliert dadurch viel Wasser. Gleichzeitig werden Kreislauf und Stoffwechsel stärker belastet.
Vielleicht kennst Du das selbst: Du fühlst Dich schneller erschöpft, Dein Mund wird trocken oder Du hast das Gefühl, weniger leistungsfähig zu sein. Vor allem während einer Hitzewelle braucht Dein Körper deshalb ausreichend Wasser, um wichtige Funktionen aufrechtzuerhalten.
Beim Schwitzen verliert Dein Körper viel Wasser. Deshalb ist es wichtig, diesen Verlust regelmäßig auszugleichen – auch wenn Du mit einer Blasenschwäche lebst. Warum weniger trinken keine gute Idee ist, erfährst Du im nächsten Abschnitt.
Weniger trinken ist keine Lösung
Vielleicht hast Du schon einmal gedacht: „Wenn ich weniger trinke, muss ich auch seltener zur Toilette.“ Dieser Gedanke ist verständlich, kann Deine Beschwerden aber sogar verstärken.
Trinkst Du zu wenig, wird der Urin stärker konzentriert. Gleichzeitig werden die Harnwege weniger gut durchgespült, sodass sich Bakterien leichter vermehren können. Das kann das Risiko für Harnwegsinfektionen erhöhen.
- Ausreichend zu trinken hilft dagegen,
- den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen,
den Urin zu verdünnen, - die Blase regelmäßig zu spülen und
- die Harnwege zu unterstützen.
Wie viel solltest Du trinken? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen, täglich rund 1,5 Liter zu trinken – am besten Wasser oder andere kalorienfreie Getränke. Bei Hitze oder wenn Du stark schwitzt, benötigt Dein Körper jedoch mehr. Achte deshalb darauf, den Flüssigkeitsverlust regelmäßig auszugleichen.
So trinkst Du blasenfreundlich
Dabei kommt es nicht nur darauf an, wie viel Du trinkst, sondern auch darauf, wie Du Deine Trinkmenge über den Tag verteilst. Trinke lieber regelmäßig kleine Mengen, statt selten sehr viel auf einmal. So bleibt Dein Körper besser mit Flüssigkeit versorgt und Deine Blase wird weniger auf einmal belastet.
Greife möglichst zu Wasser oder ungesüßten Kräuter- und Früchtetees. Größere Trinkmengen direkt vor dem Schlafengehen sind dagegen oft ungünstig, weil sie nächtlichen Harndrang fördern können.
Welche Getränke können den Harndrang verstärken?
Nicht jedes Getränk wirkt gleich günstig auf die Blase. Manche können sie zusätzlich reizen und den Harndrang verstärken.
Dazu gehören beispielsweise:
- Kaffee und Energydrinks
- schwarzer Tee in größeren Mengen
- Alkohol
- stark zuckerhaltige Softdrinks
- sehr säurehaltige Fruchtsäfte
Das bedeutet nicht, dass Du vollständig darauf verzichten musst. Oft reicht es schon, diese Getränke bei sommerlicher Hitze etwas zu reduzieren und stattdessen häufiger Wasser zu trinken.
Wenn Du weitere Anregungen für ein blasenfreundliches Trinkverhalten suchst, findest Du in „Trinktipps für jedes Alter“ viele praktische Tipps für den Alltag.
So erkennst Du, dass Deinem Körper Flüssigkeit fehlt
Verlierst Du bei Hitze durch das Schwitzen mehr Flüssigkeit, als Du wieder aufnimmst, reagiert auch Deine Blase. Da weniger Wasser über den Urin ausgeschieden wird, ist dieser stärker konzentriert. Stoffwechselprodukte liegen dadurch in höherer Konzentration vor und können die Blasenschleimhaut stärker reizen.
Für Menschen mit Blasenschwäche kann das mehrere Folgen haben: Die Blase reagiert empfindlicher und der Harndrang kann zunehmen. Gleichzeitig können sich Bakterien in den Harnwegen leichter vermehren, wodurch das Risiko für Harnwegsinfektionen steigt.
Die Veränderungen lassen sich häufig auch am Urin erkennen. Er wird dunkler, riecht oft intensiver und fällt meist in geringerer Menge an. Ein stärkerer Uringeruch allein bedeutet jedoch noch nicht, dass eine Infektion vorliegt. Treten zusätzlich Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen oder Fieber auf, solltest Du die Ursache ärztlich abklären lassen.
Auch die Urinfarbe kann Dir helfen einzuschätzen, ob Du ausreichend getrunken hast. Ist der Urin hellgelb, spricht das meist für eine ausreichende Trinkmenge. Dunkelgelber oder bernsteinfarbener Urin kann dagegen darauf hindeuten, dass Deinem Körper Flüssigkeit fehlt.
Mehr darüber, was die Farbe Deines Urins verraten kann und wann Veränderungen ärztlich abgeklärt werden sollten, erfährst Du in unserem Beitrag „Was die Urinfarbe verrät“.
Haut und Wohlbefinden bei Hitze schützen
Hitze belastet nicht nur die Blase, sondern auch die Haut. Wärme, Schweiß und Feuchtigkeit können dazu führen, dass die Haut schneller gereizt wird. Wenn Inkontinenzprodukte getragen werden, kann es schneller zu Reizungen oder einem unangenehmen Hautgefühl kommen.
Mit einigen einfachen Gewohnheiten kannst Du vorbeugen:
- Wechsle Inkontinenzprodukte regelmäßig – insbesondere nach stärkerem Schwitzen.
- Reinige den Intimbereich sanft und trockne die Haut sorgfältig ab.
- Trage möglichst atmungsaktive Kleidung und gut sitzendeInkontinenzprodukte.
- Nutze bei empfindlicher Haut bei Bedarf eine geeignete Hautschutzcreme.
So unterstützt Du die natürliche Hautbarriere und erhöhst gleichzeitig den Tragekomfort.
Im Sommer ist es sinnvoll, der Haut etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Wie Du Hautreizungen vorbeugen kannst, welche Hautschutzprodukte sinnvoll sein können und worauf Du bei der täglichen Pflege achten solltest, erfährst Du in unserem Beitrag „Inkontinenz und Hautpflege – spezielle Produkte sind ein Muss“.
So kommst Du gut durch eine Hitzewelle
Auch während einer Hitzewelle musst Du nicht auf Spaziergänge, Besuche oder andere Unternehmungen verzichten. Oft reicht es schon, den Tagesablauf etwas an die hohen Temperaturen anzupassen. Kleine Veränderungen können den Alltag deutlich erleichtern.
Tipps für heiße Tage
Diese Maßnahmen können Dir während einer Hitzewelle helfen:
- Trinke regelmäßig kleine Mengen über den Tag verteilt.
- Habe unterwegs immer eine Trinkflasche dabei.
- Plane Toilettengänge bei längeren Ausflügen oder Autofahrten im Voraus.
- Verlege Spaziergänge oder Gartenarbeit möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden.
- Meide die Mittagshitze und suche regelmäßig schattige oder klimatisierte Orte auf.
- Packe bei längeren Unternehmungen Ersatzprodukte und Feuchttücher ein.
Damit Du Dich auch an warmen Tagen sicher fühlst, lohnt es sich, ein Inkontinenzprodukt zu wählen, das zu Deiner Aktivität und Deinen Bedürfnissen passt. Welche Möglichkeiten es gibt und worauf Du bei der Auswahl achten kannst, erfährst Du in „Mit Inkontinenz-Produkten sicher durch Tag und Nacht“.
Eine gute Vorbereitung gibt vielen Betroffenen zusätzliche Sicherheit und sorgt dafür, dass Ausflüge oder Besorgungen entspannter gelingen. Unterstützt Du einen Angehörigen mit Blasenschwäche, können diese Tipps ebenfalls helfen – etwa indem Du regelmäßig ans Trinken erinnerst, Getränke für unterwegs einpackst oder Ersatzprodukte griffbereit hast.
Wann solltest Du ärztlichen Rat einholen?
Mehr Harndrang oder ein intensiver riechender Urin sind bei hohen Temperaturen zunächst nicht ungewöhnlich. Halten die Beschwerden jedoch an oder kommen weitere Symptome hinzu, solltest Du sie ärztlich abklären lassen.
Das gilt beispielsweise, wenn
- Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen auftreten,
- Blut im Urin zu sehen ist,
- Fieber oder Schüttelfrost hinzukommen,
- Harnwegsinfektionen wiederholt auftreten oder
- trotz ausreichendem Trinken nur sehr wenig Urin ausgeschieden wird.
Eine ärztliche Untersuchung kann helfen, mögliche Ursachen frühzeitig zu erkennen und passende Behandlungsmöglichkeiten zu finden.
Gut vorbereitet durch den Sommer
Eine Hitzewelle kann den Alltag mit Blasenschwäche herausfordernder machen. Sie bedeutet jedoch nicht, dass Du Dich zurückziehen oder auf Aktivitäten verzichten musst.
Mit etwas Vorbereitung, ausreichend Getränken und einigen einfachen Routinen kannst Du auch längere Hitzeperioden gut bewältigen. Oft sind es schon kleine Maßnahmen, die Dir auch bei sommerlicher Hitze mehr Sicherheit und Wohlbefinden geben. So bleibst Du aktiv, schützt Deine Blase und kannst den Sommer trotz Blasenschwäche möglichst unbeschwert genießen.
Quellen
Fragebogen Testpaket
Finde jetzt Dein perfektes #lebenohnedruck Testpaket
Finde jetzt raus, welches Produkt Dir am besten helfen kann und bestell Dir kostenlos Dein Leben ohne Druck Testpaket.