Blasensteine als Ursache für Inkontinenz

Inkontinenz kann die unterschiedlichsten Ursachen haben. Eine davon können Blasen- oder Nierensteine sein. Sie entstehen, wenn sich Mineralien im Urin ansammeln und verfestigen. Diese Ablagerungen können zu einer Reihe von Symptomen führen, darunter auch Inkontinenz. Hier erfährst Du mehr über die genauen Zusammenhänge – und darüber, welche therapeutischen Möglichkeiten es gibt.

Was sind eigentlich Blasensteine, und wie entstehen sie?

Blasensteine gehören zu den Harnsteinen und entstehen in der Harnblase, oft infolge von Blasenentleerungsstörungen oder Infektionen. Nierensteine hingegen bilden sich in den Nieren. Beide gehören zur Gruppe der Harnsteine, die in verschiedenen Teilen des Harntrakts – Nieren, Harnleiter, Blase und Harnröhre – vorkommen können.

Zusammensetzung von Harnsteinen

Harnsteine bestehen aus kristallinen Substanzen, meist Mineralien, die sich im Urin ablagern. Sie können sehr unterschiedlich groß sein – von winzigem Grieß bis zu mehreren Zentimetern. Die häufigste Form sind Kalziumoxalatsteine, gefolgt von Harnsäuresteinen, Struvitsteinen (aus Magnesium-Ammonium-Phosphat, oft im Zusammenhang mit Infektionen) sowie selteneren Formen, wie Kalziumphosphat- oder Zystinsteinen. Ihre Entstehung hängt unter anderem von der Zusammensetzung des Urins, der Trinkmenge, der Ernährung und bestimmten Grunderkrankungen ab.

Ca. 5 % der Bevölkerung in Deutschland entwickeln im Laufe ihres Lebens Harnsteine – Männer deutlich häufiger als Frauen. 


Quelle: Deutsche Gesellschaft für Urologie

Entstehung von Harnsteinen 

Die Bildung von Harnsteinen wird durch verschiedene Faktoren begünstigt. Eine der häufigsten Ursachen ist eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr – dadurch konzentriert sich der Urin, und gelöste Stoffe können leichter auskristallisieren. Entscheidend ist außerdem die Zusammensetzung des Urins: Wenn Substanzen wie Kalzium, Oxalat, Phosphat oder Harnsäure in zu hoher Konzentration vorliegen, steigt das Risiko für die Bildung von Steinen.

Auch der pH-Wert des Urins spielt eine wichtige Rolle. Je nachdem, ob der Urin zu sauer oder zu basisch ist, können unterschiedliche Kristalle entstehen, die sich zu Steinen verbinden. So begünstigt zum Beispiel ein saurer Urin die Bildung von Harnsäuresteinen, während ein basischer Urin eher Phosphatsteine fördert.

Ein weiterer Einflussfaktor ist die Ernährung. Oxalate, die in Lebensmitteln wie Spinat, Rote Bete, Rhabarber, Spargel, Mandeln oder Erdnüssen enthalten sind, können bei entsprechender Veranlagung zur Bildung von Kalziumoxalatsteinen beitragen. Wenn Du bereits Harnsteine hattest, ist es sinnvoll, Dich ärztlich oder ernährungsmedizinisch beraten zu lassen, um individuelle Empfehlungen zu erhalten.

Darüber hinaus können Harnwegsinfektionen, insbesondere durch bestimmte Bakterien, die den Urin basisch machen, zur Bildung von Struvitsteinen führen. Auch Harnabflussstörungen, etwa durch Verengungen, neurologische Erkrankungen, Stoffwechselstörungen (wie z. B. Gicht) oder restharnbildende Blasenentleerungsstörungen, erhöhen das Risiko, dass sich Harnsteine bilden.


Symptone

Die Beschwerden bei Blasensteinen können sehr unterschiedlich sein – je nachdem, wie groß der Stein ist und wo genau er sich befindet. Manche Steine verursachen kaum spürbare Symptome und werden zufällig entdeckt, etwa im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung. Häufig äußern sich Blasensteine durch vermehrten Harndrang, besonders bei Bewegung oder am Ende des Wasserlassens.


Typische Anzeichen können außerdem sein:

  • Schmerzen beim Wasserlassen (Dysurie)
  • unterbrochener oder schwacher Harnstrahl
  • Blut im Urin (Hämaturie)
  • krampfartige Schmerzen im Unterbauch

Wenn Du solche Symptome bemerkst, solltest Du nicht zögern, ärztlichen Rat einzuholen. Nur durch eine gezielte Untersuchung – zum Beispiel per Ultraschall oder Urinuntersuchung – lässt sich sicher feststellen, ob ein Harnstein die Ursache ist und welche Behandlung sinnvoll ist.

Schon gewusst?

Wer weniger als 1,5 Liter am Tag trinkt, erhöht das Risiko für Harnsteine deutlich. Idealer Richtwert: 2–2,5 Liter täglich – am besten Wasser oder ungesüßter Tee.

Wie Blasensteine zu Inkontinenz führen können

Blasensteine können die Funktion der Harnblase auf vielfältige Weise beeinträchtigen – und in der Folge verschiedene Formen der Inkontinenz begünstigen. Zum einen reizen die Steine die Blasenwand mechanisch und können Entzündungen verursachen. Das führt nicht nur zu Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen, sondern kann auch die Blasenmuskulatur stören. In manchen Fällen kommt es zu unwillkürlichem Harnverlust, wenn die Kontrolle über die Blasenentleerung nachlässt.

Überlaufinkontinenz

Zum anderen können größere Steine den Abfluss des Urins blockieren oder behindern, was zu Restharnbildung führt. Die Blase wird dadurch überdehnt, der Druck im Inneren steigt – bis der Körper den Urin nicht mehr zuverlässig zurückhalten kann. Das kann zu einer sogenannten Überlaufinkontinenz führen.

Dranginkontinenz 

Blasensteine können zudem die Nervenrezeptoren in der Blasenwand reizen und so einen gesteigerten Harndrang auslösen – selbst wenn sich nur wenig Urin in der Blase befindet. Dieser ständige Harndrang kann die Lebensqualität stark beeinträchtigen und mit einer Dranginkontinenz einhergehen, bei der der Harndrang so plötzlich und heftig auftritt, dass man es nicht mehr rechtzeitig zur Toilette schafft.

Auch Nierensteine können – zumal wenn sie in den Harnleiter wandern und dort Schmerzen, Reizungen oder Harnabflussstörungen verursachen – indirekt zu Drang- oder Überlaufinkontinenz führen.

Diagnose und therapeutische Möglichkeiten

Blasensteine lassen sich in der Regel zuverlässig mithilfe verschiedener Diagnoseverfahren erkennen. Dazu zählen eine Urinuntersuchung, bei der unter anderem Blut, Kristalle oder Infektionszeichen festgestellt werden können, sowie bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oder eine Computertomografie (CT). Auch eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) kann sinnvoll sein, um die genaue Lage und Größe der Steine direkt sichtbar zu machen – besonders wenn andere Verfahren keine eindeutigen Ergebnisse liefern.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung richtet sich nach Größe, Anzahl, Lage der Steine sowie nach den Symptomen und möglichen Begleiterkrankungen.

  • Kleinere Blasensteine können manchmal auf natürlichem Weg ausgeschieden werden – unterstützt durch eine hohe Flüssigkeitszufuhr, Bewegung und gegebenenfalls medikamentöse Unterstützung, etwa zur Schmerzlinderung oder Krampflockerung.
  • Größere oder festsitzende Steine erfordern meist eine aktive Entfernung. Bewährte Verfahren sind zum Beispiel die Stoßwellenlithotripsie (ESWL), bei der die Steine von außen zertrümmert werden, oder eine endoskopische Entfernung mittels Zystoskopie oder Ureteroskopie – hierbei wird ein dünnes, flexibles Instrument über die Harnröhre in die Blase eingeführt, um die Steine zu zerkleinern oder direkt zu entnehmen.
  • In seltenen Fällen, etwa bei sehr großen oder kompliziert gelegenen Steinen, ist es notwendig, die Steine operativ zu entfernen.

Blasensteine sind kein harmloses Problem – sie können Infektionen, Entzündungen und Inkontinenz verursachen. Wenn Du Symptome verspürst oder der Verdacht auf einen Harnstein besteht, solltest Du unbedingt eine urologische Fachpraxis aufsuchen. Nur so lassen sich Komplikationen vermeiden und lässt sich die passende Therapie einleiten.

 

Unbehandelte Blasensteine erhöhen das Risiko für Harnwegsinfekte, die eine schon bestehende Blasenschwäche verschlimmern oder auslösen können.

Umgang mit Inkontinenz

Inkontinenz ist für viele Menschen eine große Belastung – muss aber kein Dauerzustand sein. Blasensteine sind nur eine von vielen möglichen Ursachen und sollten bei der Abklärung unbedingt mitbedacht werden. Ganz gleich, was dahintersteckt: Schweigen hilft nicht weiter.

Was wirklich hilft, ist ein offener Umgang, eine fachkundige Diagnose und eine gezielte Behandlung. Neben all den medizinischen Aspekten kannst Du auch im Alltag viel tun, um Dich sicherer zu fühlen und Deine Lebensqualität zu verbessern:

Praktische Tipps für den Alltag

  • Trinke bewusst und regelmäßig, aber nicht zu spät am Abend.
  • Plane Toilettengänge, um Unsicherheiten unterwegs zu vermeiden.
  • Führe ein Miktionsprotokoll, um Muster zu erkennen.
  • Stärke Deinen Beckenboden mit gezielten Übungen – am besten unter fachlicher Anleitung.
  • Achte auf bequeme Kleidung, die unkompliziert zu wechseln ist, wenn Du unterwegs bist.
  • Hilfsmittel wie Einlagen oder saugfähige Unterwäsche geben dir Sicherheit.


Die richtigen Hilfsmittel

Moderne Inkontinenzprodukte sind diskret, zuverlässig und angenehm zu tragen. Achte darauf, dass Du spezielle Produkte für Inkontinenz verwendest. Sie sind saugfähiger als Periodenprodukte und speziell für die Aufnahme von Flüssigkeit gemacht. Sie helfen Dir, den Alltag aktiv und selbstbewusst zu gestalten – ob zu Hause oder unterwegs.

Produkte wie Einlagen, Pants oder Slips von SENI sind speziell auf verschiedene Bedürfnisse abgestimmt:

  • atmungsaktiv und hautfreundlich
  • besonders saugfähig – auch bei stärkerem Harnverlust
  • geräuscharm und kaum spürbar unter der Kleidung

Lass Dich bei Bedarf in der Apotheke oder Sanitätsfachhandlung beraten, welches Produkt zu Deinem Lebensstil passt. Oder teste unsere Online-Beratung.

Du bist nicht allein!

Viele Betroffene erleben Inkontinenz als etwas, das sie verbergen oder aushalten müssen – doch das muss nicht sein. Es gibt Hilfe, Austausch und Unterstützung. Ob in Selbsthilfegruppen, bei Kontinenzberatungen oder durch spezialisierte Fachkräfte – Du musst diesen Weg nicht allein gehen.

Mit der richtigen Behandlung, einem offenen Umgang und ein wenig Geduld lässt sich ungewollter Urinverlust oft deutlich lindern – und in vielen Fällen sogar ganz beheben. Du kannst Sicherheit, Lebensfreude und Selbstbestimmung zurückgewinnen. Schritt für Schritt.

 




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