
Der Beckenboden
Der Beckenboden hat die Aufgabe, die Organe im Bauchraum zu halten. Er besteht aus Bindegewebe, Bändern und mehreren Muskelschichten, die wie ein Geflecht angeordnet sind und das nach unten offene Becken komplett verschließen. Lediglich für die Harnröhre, den Enddarm und bei der Frau für die Vagina gibt es Öffnungen in der Beckenbodenmuskulatur.
Ein kräftiger und gesunder Beckenboden sorgt dafür, dass die Blase, der Darm und bei Frauen die Gebärmutter an Ort und Stelle gehalten werden. Der Beckenboden steuert zudem durch Anspannen und Entspannen den Stuhlgang sowie das Wasserlassen. Schöner Nebeneffekt: Eine starke Beckenbodenmuskulatur sorgt für ein intensiveres Empfinden beim Sex. Ist die Muskulatur des Beckenbodens zu schwach, kann das zu erheblichen Problemen wie Harninkontinenz führen. Davon sind sowohl Frauen als auch Männer betroffen. Aber mit gezieltem Training lässt sich der Beckenboden stärken und die Kontrolle über die Blase zurückgewinnen.
Hilfsmittel
Was Hanteln und Co. für Bizeps und Trizeps sind, sind Hilfsmittel wie Vaginalkonen, -kugeln oder -kegel für die weibliche Beckenbodenmuskulatur. Sie stärken die innere Muskulatur und unterstützen so Deine Blasenkontrolle, verbessern die Körperwahrnehmung und fördern Dein allgemeines Wohlbefinden.
Vaginalkegel oder -konen haben, wie der Name schon verrät, eine Kegelform beziehungsweise eine konische Form und erinnern an kleine Gewichte. Es gibt sie in verschiedenen Größen und Gewichten. Sie werden vaginal eingeführt und erfordern das aktive Halten durch Anspannen der Muskeln. Sie sind ideal für ein gezieltes Muskelaufbautraining und perfekt für alle, die ihr Training individuell anpassen möchten. Durch die Steigerung hin zu schwereren Gewichten ermöglichen sie messbare Fortschritte – ein bisschen wie Hanteltraining im Fitnessstudio.
Studien zeigen, dass das Training mit diesen Hilfsmitteln die Muskelstärke im Beckenboden signifikant verbessern kann, insbesondere bei Frauen mit leichter bis mittlerer Belastungsinkontinenz. Sie fördern die Wahrnehmung der Beckenbodenmuskulatur und verbessern die Kontrolle über deren Anspannung. Die Effektivität hängt jedoch von der richtigen Anwendung ab, weshalb die Anleitung durch Fachpersonal sinnvoll ist. Vaginalkonen oder -kegel sollten jedoch nicht verwendet werden, wenn akute Infektionen der Vagina (etwa Pilzinfektionen) oder Entzündungen im Beckenbereich vorliegen. Auch während der Schwangerschaft sollte eine Anwendung mit dem Arzt oder der Ärztin abgestimmt werden.
Beckenbodenbälle, auch bekannt als Liebeskugeln, sind kleine, runde Helferlein, die sowohl für das Kontinenztraining als auch für die Steigerung des sexuellen Vergnügens gedacht sind. Stell Dir Vaginalkugeln wie kleine Fitnessgeräte für den inneren Muskel vor. Sie bestehen meist aus Silikon und enthalten eine kleine Kugel im Inneren, die bei Bewegung sanfte Vibrationen erzeugt. Sie werden vaginal eingeführt und erfordern das bewusste Anspannen des Beckenbodens, um sie an Ort und Stelle zu halten. Die Bewegung der inneren Kugel regt die Muskulatur zusätzlich an. Sie sind besonders für Anfängerinnen geeignet und sind leicht in den Alltag integrierbar, zum Beispiel beim Spazierengehen oder zu Hause. Sie fördern zudem ein besseres Bewusstsein für die entsprechenden Muskelpartien.
Sitzbälle gibt es in verschiedenen Größen, damit sie für alle Körpergrößen passend sind. Du kannst sie auch als Bürostuhl verwenden, aber natürlich ebenso, um gezielte Übungen damit zu machen. Alternativ kann auch ein Sitzkissen für Deinen Gebrauch passender sein. Du kannst es überall auf ungepolsterten Sitzmöbeln anwenden. Die Luftmenge ist individuell einstellbar, und durch die vorhandene Noppenstruktur hast Du außerdem einen angenehmen Massageeffekt, der zusätzlich die Durchblutung fördert. Da Du mit dem Sitzkissen etwas höher sitzt, ist es von Vorteil, wenn Dein Stuhl höhenverstellbar ist. Beim Sitzen auf einem Sitzball oder einem Sitzkissen bist Du immer leicht instabil. Diese Instabilität wird durch Deine Beckenbodenmuskulatur fortwährend ausgeglichen. So hast Du auch während des Sitzens und vielleicht beim Arbeiten am PC nicht nur das Beckenbodentraining, sondern auch ein Training der Rückenmuskulatur als tollen Nebeneffekt.
Biofeedback-Geräte sind elektronische Apparate, die mit Sensoren die Muskelaktivität messen und auf einem Bildschirm oder in einer App anzeigen. Die erfassten Daten werden in Echtzeit angezeigt oder hörbar gemacht. Durch diese Rückmeldungen lernt die betroffene Person, wie die Beckenbodenmuskulatur gezielt angespannt und entspannt werden kann. Dies hilft, die Kontrolle über den Harnfluss zu verbessern und Inkontinenzsymptome zu reduzieren. Die Methode erfordert regelmäßige Übung und sollte unter Anleitung eines qualifizierten Therapeuten oder einer Therapeutin durchgeführt werden. Personen mit Herzschrittmachern oder anderen elektronischen Implantaten sollten vor der Anwendung unbedingt Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ärztin halten, da die Sensoren elektrische Felder erzeugen.
Die Elektrotherapie, auch Elektrostimulation genannt, verwendet kleine elektrische Impulse, die über eine Vaginalsonde an die Beckenbodenmuskulatur abgegeben werden. Diese Impulse verursachen eine Kontraktion der Muskeln, ohne dass die betroffene Person aktiv etwas tun muss. Die Methode zielt darauf ab, die Muskeln zu stärken und die Nerven zu stimulieren, was zu einer verbesserten Muskelkontrolle und -kraft führt. Elektrotherapiegeräte sind von den Krankenkassen anerkannte Hilfsmittel und können ärztlich verordnet werden.
Für Technikaffine gibt es Apps und Onlinecoaches, die Trainingspläne anbieten und sogar Spiele integrieren, mit denen der Beckenboden trainiert werden kann. Es lohnt sich, verschiedene Apps auszuprobieren, um etwas zu finden, das am besten zu Deinen Bedürfnissen passt. Die Effektivität hängt jedoch stark von der Motivation und der korrekten Ausführung der Übungen ab. Zudem sollte die App nicht als Ersatz für ärztlich begleitete Physiotherapie betrachtet werden, wenn bereits erhebliche Beschwerden vorliegen.
Positive Effekte
Das Training Deines Beckenbodens ist mehr als nur eine Fitnessübung – die Übungen können erhebliche positive Auswirkungen auf Deine Muskulatur, Deine Blasenkontrolle und Deine allgemeine Lebensqualität haben. Aber egal ob vermeintlich kleine Blasenschwäche oder ausgeprägte Inkontinenz, in jedem Fall solltest Du Dir fachlichen Rat holen und Dein Beckenbodentraining von einer Fachkraft für Beckenboden-Physiotherapie begleiten lassen oder Dich zumindest zu Beginn Deines Trainings gut einweisen lassen.
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