Während bei älteren Männern häufig altersbedingte Veränderungen dominieren, stehen bei jüngeren Männern meist funktionelle oder klar benennbare Ursachen im Vordergrund.
Wie sich Harninkontinenz im höheren Lebensalter entwickelt und welche Faktoren dort eine Rolle spielen, haben wir in unserem Beitrag zur Inkontinenz im Alter ausführlich erläutert.
Bei Jüngeren ist ein zentraler Faktor der Beckenboden. Diese Muskelgruppe stützt Blase und Harnröhre. Ist sie zu schwach, kann sie dem Druck bei Belastung nicht ausreichend standhalten. Ist sie dauerhaft überlastet oder angespannt, kann die Koordination zwischen Blase und Schließmuskel gestört sein.
Zu den häufigsten Einflussfaktoren zählen:
- ein überlasteter oder untrainierter Beckenboden
- sehr intensives Krafttraining ohne bewusste Druckkontrolle
- Übergewicht
- chronischer Husten
- Operationen oder Verletzungen im Beckenbereich
- Entzündungen, etwa Prostatitis
- Harnröhrenverengungen
- neurologische Erkrankungen
- psychischer Stress
Gerade Stress wird häufig unterschätzt. Dauerhafte innere Anspannung wirkt direkt auf das vegetative Nervensystem – und damit auch auf die Blasenfunktion. Die Blase reagiert empfindlicher, Harndrang kann schneller auftreten, der Beckenboden kann chronisch angespannt sein.
Die gute Nachricht: In Deinem Alter steckt fast immer eine Ursache hinter den Beschwerden, die sich medizinisch einordnen lässt. Diese Einordnung ist wichtig, denn je nach Ursache unterscheiden sich auch die Beschwerden.