Gemeinsam stark – erste Anzeichen von Inkontinenz erkennen und einen einfühlsamen Umgang finden

Weihnachtszeit ist Familienzeit, die oft mit Zusammenkünften und festlichen Aktivitäten verbunden ist. Wenn wir intensiv Zeit miteinander verbringen und näher zusammenrücken, ist es für alle Beteiligten eine große Erleichterung, wenn Transparenz und Offenheit herrschen. So kann für die von Inkontinenz betroffene Person eine Atmosphäre geschaffen werden, in der sie sich wohl und sicher fühlt.  Wie wir erste Anzeichen von Inkontinenz erkennen und Tipps für den richtigen Umgang mit unseren Liebsten findest Du hier.

Drei Personen sitzen eng beieinander, lächeln und zeigen Zuneigung. Der ältere Mann in der Mitte wird von zwei Frauen auf beiden Seiten umarmt

Erste Anzeichen erkennen

Oft braucht es lange, bis sich von Inkontinenz Betroffene jemandem anvertrauen. Für Angehörige ist es daher wichtig, auf mögliche Anzeichen von Blasenschwäche zu achten, um frühzeitig Unterstützung anbieten zu können. Hierauf solltest Du achten: 

  • Ein erhöhtes Bedürfnis, die Toilette aufzusuchen, kann ein solches erstes Anzeichen sein. Wenn eine Person regelmäßig und in kurzen Abständen zur Toilette geht, könnte dies auf eine beeinträchtigte Blasenfunktion hindeuten.  
  • Verliert jemand plötzlich und unerwartet Urin, sei es beim Lachen, Husten oder Niesen, ist dies schon ein deutlicheres Anzeichen für Harninkontinenz. Solche Vorkommnisse während alltäglicher Aktivitäten sollten ernst genommen werden, da sie auf eine schwache Beckenbodenmuskulatur oder eine Überaktivität der Blase hindeuten. Wird dies nicht behandelt, können sich die Symptome im Laufe der Zeit verschlimmern. Eine frühzeitige Intervention hilft, das Problem zu lindern oder sogar zu beheben.
  • Wenn eine Person beginnt, soziale Aktivitäten zu meiden oder sich in der Öffentlichkeit unwohl zu fühlen, könnte dies auf Angst vor ungewolltem Urinverlust hinweisen.
  • Wenn die betroffene Person über körperliche Veränderungen wie Schmerzen im Unterbauch oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen berichtet, sollte dies ebenfalls beobachtet werden. Diese Symptome könnten auf eine zugrunde liegende Erkrankung hinweisen, die behandelt werden sollte. 
  • Eine Veränderung der Stimmung wie erhöhte Gereiztheit oder Anzeichen von Scham und Verlegenheit können ebenfalls auf Probleme mit der Blase hindeuten. Emotionale Unterstützung ist in dieser Phase besonders wichtig. 

Ein offener Umgang

Angehörige und der Freundeskreis spielen eine entscheidende Rolle – ihr Umgang mit dem Thema Blasenschwäche ist für die betroffenen Personen entscheidend. Mitgefühl, Verständnis und Respekt sind die wichtigsten Aspekte, wenn es darum geht, die richtige Umgangsform zu finden. Ein offenes Gespräch kann dazu beitragen, das Stigma zu verringern und die betroffene Person zu ermutigen, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn sind erst Ursachen und Form der Inkontinenz identifiziert, ist der ungewollte Urinverlust oft in den Griff zu bekommen, die Symptome lassen sich in den meisten Fällen zumindest abmildern. Nur wer die Ursache kennt, kann sich individuell behandeln lassen und so den leidigen Harndrang eindämmen.  

Das richtige Gespräch

Wenn Du als nahestehende Person erste Anzeichen bemerkst, ist es wichtig, das Thema sensibel und respektvoll anzusprechen. Viele Menschen scheuen sich, ihre Blasenschwäche zu thematisieren. Nimm Du diesen Part in die Hand und mach den ersten Schritt. Wähle hierfür den richtigen Zeitpunkt und Ort, an dem ihr ungestört und in Ruhe sprechen könnt. Es ist wichtig, das Gespräch mit Verständnis und Mitgefühl, aber offen und ehrlich zu gestalten. Zum Beispiel: „Ich habe bemerkt, dass Du in letzter Zeit manchmal Schwierigkeiten hast, und ich möchte sicherstellen, dass es Dir gut geht“ oder „Gibt es etwas, das Dich belastet oder worüber Du sprechen möchtest?“. Biete direkt im Anschluss Deine Hilfe an, indem Du sagst: „Ich bin hier, um zu helfen, falls Du darüber sprechen möchtest oder Unterstützung brauchst.“ Im Optimalfall hast Du Dich im Vorfeld schon über das Thema informiert und kannst von der Verbreitung des Problems berichten. Mach deutlich, dass Inkontinenz ein häufiges Problem ist, das viele Menschen betrifft, und es viele Behandlungsmöglichkeiten gibt, die helfen können. Du könntest sagen: „Viele Menschen erleben das, und es gibt Lösungen.“ Ermutige Dein Gegenüber, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. Du könntest anbieten, sie oder ihn zum Arzt oder zur Ärztin zu begleiten. Das kann helfen, das Gefühl der Isolation und Angst zu verringern. Du solltest aber auch bereit sein, das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen, falls die betroffene Person nicht sofort darüber sprechen möchte. Und auch wenn er oder sie gar nicht über das Thema sprechen möchte, solltest Du dies respektieren und weiterhin Deine Unterstützung anbieten, ohne Druck auszuüben. 

Empathie

Einfühlsame Gespräche, in denen Betroffene über ihre Erfahrungen und Sorgen sprechen können, sind auch nach der ersten Offenheit wichtig. Stell offene Fragen und hör aktiv zu, ohne zu urteilen. Zeig weiterhin Verständnis für die emotionalen Herausforderungen, die mit Inkontinenz einhergehen.  

Selbstbewusstsein stärken

Inkontinenz kann mit Gefühlen von Scham und Unsicherheit verbunden sein. Mach deutlich, dass es normal ist, sich unwohl zu fühlen. Bestärke die betroffene Person darin, dass es Hilfe und Lösungen gibt. Deine Unterstützung kann dazu beitragen, das Selbstbewusstsein zu stärken und das Gefühl der Isolation zu verringern. 

Praktische Unterstützung

Praktische Hilfe im Alltag kann ebenfalls von großer Bedeutung sein. Biete an, Hilfsmittel wie Inkontinenzunterwäsche oder spezielle Einlagen zu besorgen. Inkontinenzprodukte gibt es übrigens auf Rezept. Wenn es für die betroffene Person hilfreich ist, begleite sie oder ihn zu Arztterminen. Dies kann helfen, Ängste abzubauen und die medizinische Beratung zu erleichtern.  

Organisation

Achte darauf, dass in sozialen Situationen die Nähe zu Toiletten gewährleistet ist, und informiere Dich darüber möglichst im Vorfeld. Achte darauf, dass Deine Begleitung ausreichend Inkontinenzprodukte dabeihat. Bleibt gemeinsam flexibel und bereit, Pläne zu ändern, falls sich die Situation kurzfristig ändert oder sich die betroffene Person unwohl fühlt.  

Lebensstil

Ermutige die betroffene Person zu einem gesunden Lebensstil, der die Blasengesundheit fördert. Auch die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur leistet einen wichtigen Beitrag und sollte unbedingt unterstützt werden. Teile Informationen über Inkontinenz und mögliche Behandlungsansätze, um das Bewusstsein zu schärfen. Dies kann den Betroffenen helfen, proaktiv mit ihrer Situation umzugehen.  

In der trubeligen Weihnachtszeit sollten wir uns nicht ablenken lassen, sondern gerade jetzt ein achtsames und empathisches Auge auf unsere Mitmenschen haben. Bei allem, was wir als Angehörige tun können, ist es wichtig, geduldig zu bleiben, die betroffene Person in ihrem Tempo zu unterstützen und ihre Entscheidungen zu respektieren. Sicher werdet ihr nach einiger Zeit Eure eigene Umgangsform mit dem Thema Inkontinenz finden – als betroffene wie auch als angehörige Person. 




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