Wechseljahresbedingte Inkontinenz

Blasenschwäche in den Wechseljahren

Wenn Du in die Wechseljahre kommst, kann es sein, dass Du neben Hitzewallungen & Co. auch eine Blasenschwäche bei Dir bemerkst. Erfahre hier, warum das keine Seltenheit ist und was Du dagegen tun kannst.

  • 30% aller Frauen leiden an Harninkontinenz in den Wechseljahren.
  • Der Grund dafür ist hauptsächlich der sinkende Hormonspiegel. 
  • Generell kannst Du mit einer gesunden Lebensweise der Entstehung von Inkontinenz vorbeugen.

Schweißausbrüche, Müdigkeit, Schlafstörungen, Gewichtszunahme – das gehört alles zu den Wechseljahren dazu. Genauso wie: ungewollter Harnverlust. Na super, das alles trägt nicht zur besseren Stimmung bei (zumal Du wegen der hormonellen Umstellung sowieso recht reizbar bist). Diese Übergangsphase lässt einfach nichts aus. Aber es gibt einen Lichtblick: Mit einer Blasenschwäche bist Du definitiv nicht allein. 

Wusstest Du, dass bis zu 30% der Frauen an wechseljahres-bedingter Inkontinenz leiden?

Siehst Du. Von Blasenschwäche sind Frauen in den Wechseljahren also recht häufig betroffen. Obwohl niemand da so richtig drüber sprechen mag. Wir finden, das muss sich ändern. Uns ist klar, dass Inkontinenz niemals zu einem Lieblingsthema werden wird, aber ein Tabu sollte es auf keinen Fall sein. Denn wenn Du die Ursachen Deiner Blasenschwäche kennst, wird es Dir leichter fallen, etwas dagegen zu unternehmen und gleichzeitig damit umzugehen.

Der Hormonspiegel sinkt, der Harndrang steigt

Mit Beginn der Wechseljahre fällt die Konzentration Deines Gelbkörperhormons. Auch Dein Östrogenspiegel sinkt. Diese sinkenden Hormonspiegel sind die Ursache Deiner Wechseljahresbeschwerden. Und eine Folge des Östrogenmangels kann eben auch eine Blasenschwäche sein. Denn der Mangel an Östrogen führt dazu, dass das Schleimhautgewebe im Intimbereich trockener, dünner und weniger elastisch wird. Davon ist auch die Harnröhre betroffen. Bedingt durch den niedrigen Hormonspiegel wird auch das Gewebe der Harnwege empfindlicher. Reizende Substanzen im Urin fördern somit einen gesteigerten Harndrang.

Zudem wird Dein Beckenboden, also die Muskelgruppe, die Deine Harnröhre und Blase stabilisiert, schwächer. Dadurch kann sich Deine Blase absenken und auf die Harnröhre und den Blasenschließmuskel drücken. Diese dauerhafte Belastung kann ebenfalls zu einer Blasenschwäche führen.

Es gibt nicht nur eine Art der Harninkontinenz, sondern gleich mehrere.

Mit dieser Liste kannst Du ganz einfach herausfinden, welche davon Du hast. 

Dranginkontinenz
  • Dein Harndrang kommt plötzlich und unerwartet?
  • Oft schaffst Du es nicht rechtzeitig zur Toilette?

Dann hast Du wahrscheinlich eine Dranginkontinenz. Diese wird häufig im Zusammenhang mit einer Reizblase oder einer überaktiven Blase beobachtet. Das bedeutet, dass die Blase signalisiert, sie sei voll und der Harn entweicht. Ist Deine Dranginkontinenz bedingt durch einen Östrogenmangel, kann Deine Frauenärztin oder Dein Frauenarzt Dir eine lokale Behandlung mit Hormonen verordnen, was die Symptome lindert.

Nykturie

  • Wachst Du mehrmals in der Nacht auf und verspürst Harndrang?

Dann raubt Dir die sogenannte Nykturie Deinen wohlverdienten Schlaf. Nykturie kann eine Alterserscheinung, aber auch ein Symptom einer anderen Erkrankung sein. Deshalb solltest Du das auf jeden Fall mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt besprechen. Diskrete Inkontinenzeinlagen speziell für Frauen oder Inkontinenzslips verhindern auf jeden Fall unschöne Überraschungen beim Aufwachen. 

Schmerzhaftes Urinieren

  • Hast Du Schmerzen beim Wasserlassen?

Dann kann ein Harnwegsinfekt dahinterstecken. Vor allem während der Wechseljahre sind Frauen oft von wiederkehrenden Blasenentzündungen betroffen, die unbedingt einer Behandlung bedürfen. Da häufige Harnwegsinfekte die Wahrscheinlichkeit eine Inkontinenz zu entwickeln erhöhen, solltest Du jeden Infekt sorgsam auskurieren.

Belastungs- oder Stressinkontinenz

  • Verlierst Du ungewollt einige Tropfen Harn, wenn Du hustest, niest oder lachst?
  • Oder verlierst Du Urin, wenn Du etwas Schweres hebst?

Dann hast Du wahrscheinlich eine sogenannte Belastungs- bzw. Stressinkontinenz. Die Ursache Deiner Blasenschwäche ist also nicht allein der sinkende Hormonspiegel. Denn mit zunehmendem Alter wird die Muskulatur des Beckenboden schwächer. (Davon sind auch Männer betroffen!) Der Grund für eine Belastungs- bzw. Stressinkontinenz ist oft eine Schwäche der Beckenbodenmuskulatur oder des Bandapparates im Beckenbereich. Mit speziellem Beckenbodentraining und dem Abspecken überflüssiger Pfunde, kannst Du wirksam etwas dagegen tun.

Tipps, die Dir helfen

Generell kannst Du mit einer gesunden Lebensweise der Entstehung von Inkontinenz vorbeugen. Vertraue Dich Deiner Frauenärztin oder Deinem Frauenarzt an. Sie beraten Dich gern bei der Vorbeugung und Behandlung von wechseljahresbedingter Blasenschwäche. Und beim Thema von Pflege- und Inkontinenzprodukten stehen wir zu 100% an Deiner Seite. Weil es uns wichtig ist, dass Du Dein Leben ohne Druck genießen kannst. 

Lynn, 53 Jahre

Architektin

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